Waarom raken mensen verknocht aan liegen? “Omdat het zo lekker is”

 

  *  PARKEER  *

 

‘Deze oefening hebben de jongelui zelf bedacht, en ze krijgen er een behoorljke handigheid in vind ik.’

  • ‘Dus: ze hebben een boek gepakt (in dit geval de vertaling van: Nietzsches Menselijk al te menselijk), daar hebben ze enkele teksten uit genomen, daar de oorspronkelijke Duitse teksten bij gezocht en daarna het beeldmateriaal dat er volgens hen bij past ? Origineel.’

‘Ja hè? Het mes snijdt aan alle kanten. Kort door de bocht en als karikatuur: politici zijn toneelspelers en huichelaars en kranten kunnen liegen alsof het gedrukt staat. Toevallig stonden die laatste twee vignetten naast elkaar op de NRC-site.’

  • ‘Gôh, een stukje didactiek om te onthouden. Misschien kan ik het toepassen in mijn sensitivity-trainingen voor managers. Alleen lezen de meeste managers zo verhipte weinig.’

‘Desnoods gebruik je een Donald Duck verhaal of een Bommel-strip. Het hoeft toch niet allemaal high brow te zijn? Veel Bommelverhalen zijn trouwens best diep en filosofisch-levensbeschouwelijk angehaucht.’

  • ‘ Er zit volgens mij nog een leuke dimensie aan, bedenk ik: deze vignettten zijn vermoedelijk bedacht en in elkaar gestoken door pr- en propagandabureaus, om hun klanten – ik denk vooral aan de politici – een bepaald beeld te laten projecteren. Passen de teksten bij de personages en kun je er geloofwaardige verhaaltjes aan ophangen? Iets in die richting.’

‘Dat zou goed kunnen, ja. Dat hangt af van het beeld, het imago (Daniel Boorstin) dat je wilt projecteren. Hoewel ik geloof dat deze vignetten door de pagina-opmakers van de respectieve krant zelf zijn bedacht hoor. Sommige pagina-opmakers kun je van een vilein gevoel van humor verdenken, hoewel je niet achter álles wat moet zoeken natuurlijk.”

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Wie der Schein zum Sein wird. — Der Schauspieler kann zuletzt auch beim tiefsten Schmerz nicht aufhören, an den Eindruck seiner Person und den gesamten szenischen Effekt zu denken, zum Beispiel selbst beim Begräbnis seines Kindes; er wird über seinen eignen Schmerz und dessen Äußerungen weinen, als sein eigener Zuschauer. Der Heuchler, welcher immer ein und die selbe Rolle spielt, hört zuletzt auf, Heuchler zu sein; zum Beispiel Priester, welche als junge Männer gewöhnlich bewusst oder unbewusst Heuchler sind, werden zuletzt natürlich und sind dann wirklich, ohne alle Affektation, eben Priester; oder wenn es der Vater nicht so weit bringt, dann vielleicht der Sohn, der des Vaters Vorsprung benutzt, seine Gewöhnung erbt. Wenn Einer sehr lange und hartnäckig Etwas scheinen will, so wird es ihm zuletzt schwer, etwas Anderes zu sein. Der Beruf fast jedes Menschen, sogar des Künstlers, beginnt mit Heuchelei, mit einem Nachmachen von Außen her, mit einem Kopieren des Wirkungsvollen. Der, welcher immer die Maske freundlicher Mienen trägt, muss zuletzt eine Gewalt über wohlwollende Stimmungen bekommen, ohne welche der Ausdruck der Freundlichkeit nicht zu erzwingen ist, — und zuletzt wieder bekommen diese über ihn Gewalt, er ist wohlwollend.

Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches | Zweites Hauptstück: Zur Geschichte der moralischen Empfindungen (nr. 51)

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Die Lüge. — Weshalb sagen zu allermeist die Menschen im alltäglichen Leben die Wahrheit? — Gewiss nicht, weil ein Gott das Lügen verboten hat. Sondern erstens: weil es bequemer ist; denn die Lüge erfordert Erfindung, Verstellung und Gedächtnis. (Weshalb Swift sagt: wer eine Lüge berichtet, merkt selten die schwere Last, die er übernimmt; er muss nämlich, um eine Lüge zu behaupten, zwanzig andere erfinden.) Sodann: weil es in schlichten Verhältnissen vorteilhaft ist, direkt zu sagen: ich will dies, ich habe dies getan, und dergleichen; also weil der Weg des Zwangs und der Autorität sicherer ist, als der der List. — Ist aber einmal ein Kind in verwickelten häuslichen Verhältnissen aufgezogen worden, so handhabt es ebenso natürlich die Lüge und sagt unwillkürlich immer Das, was seinem Interesse entspricht; ein Sinn für Wahrheit, ein Widerwille gegen die Lüge an sich ist ihm ganz fremd und unzugänglich, und so lügt es in aller Unschuld.

Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches | Zweites Hauptstück: Die Lüge (nr. 54)